Begriffe wie Smart Home, Bus-System oder IoT ( Internet of Things ) begegnen uns heute überall – und trotzdem sind sie für viele nicht sofort greifbar. Mir ging es am Anfang genauso. Deshalb möchte ich hier ganz konkret zeigen, was sich dahinter verbirgt und wie sich diese Technik im eigenen Zuhause sinnvoll einsetzen lässt.
Auf den folgenden Seiten beschreibe ich anhand meines eigenen Hauses, wie ich die verschiedenen Komponenten ausgewählt und eingebunden habe. Vielleicht hilft das besonders denjenigen weiter, die gerade bauen, umbauen oder mit dem Gedanken spielen, ihr Eigenheim smarter zu machen.
Ich möchte meine Erfahrungen teilen, Ideen weitergeben und einen möglichst praxisnahen Einblick geben – aus der Sicht eines Anwenders, nicht eines Herstellers.
Am Beispiel meines eigenen Einfamilienhauses erkläre ich den Aufbau und die Funktionsweise der verschiedenen Komponenten. So wird greifbar, wie alles zusammenspielt und welchen Zweck die einzelnen Bausteine erfüllen.
In einem Übersichtsbild zeige ich, welche Komponenten zum Einsatz kommen und wie sie miteinander verbunden sind. Damit möchte ich einen ersten, verständlichen Eindruck vom Gesamtsystem vermitteln.
Natürlich weiß ich, dass es bei dem einen oder anderen Punkt unterschiedliche Meinungen und Herangehensweisen gibt – und das ist auch gut so. Mein Ziel ist es nicht, den einzig richtigen Weg zu zeigen, sondern einen möglichen. Vielleicht findest Du hier Anregungen, Ideen oder Denkanstöße für Dein eigenes Projekt.
By the way: Das Haus selbst wurde 2013/2014 als KfW-55-Einfamilienhaus in massiver Bauweise (Stein auf Stein) errichtet. Es verfügt über zwei Etagen und kommt ohne Keller aus.
Die Wohnfläche beträgt rund 190 m², hinzu kommen etwa 33 m² Nutzfläche für Garage und Technikraum.
Beim Wandaufbau haben wir von innen nach außen folgende Konstruktion gewählt: 17,5 cm Porotonstein, 16 cm Dämmung, 2 cm Luftschicht sowie 11,5 cm Klinker (teilweise alternativ Porotonstein mit Putzfassade).
Kurz eine Auflistung der Komponenten:
1. Elektroinstallation mit dem LCN Bus-System
2. Elektrisch Rollos und elektrische Dachfenster (u.a. Sonnenschutz)
3. Steuerung/Integration – OpenHAB (Steuerung, Visualisierung und Logik)
4. Lüftung – Zehnder Comfort Air 350L
5. Heizung (Erdwärme / Tiefenbohrung) – Stiebel Eltron WPF 7cool mit ISG Plus
6. Garagentor – Hörmann mit SupraMatic E sowie UAP1 zur Anbindung an den LCN-BUS
7. Router / Telefonanlage – AVM FRITZ!box 7490 u.a. mit FRITZ!Fon C5
8. Brandmelder – EI Electronics mit zusätzlichen Kontakt für die Anbindung an den LCN-BUS
9. Türkontakte – nur bei den Terrassentüren mit Lamellen -> siehe Sonnenschutz an den LCN-BUS
10. Bewässerung – rainbird mit Anbindung der Stellmotoren über Relais des LCN-BUS
11. Squeezebox/squeezelight - Verschiedene Musik Player installiert auf einem Minicomputer (Raspberry PI) als "Multiroom" Lösung.
12. Photovoltaik (April 2022) - eine 14,25 kWp Anlage mit 9,6 kWh Speicher von RCT-Power.
13. AVM Powerline / Shelly Plug S – Aufzeichnen von Leistungsdaten (z.B. Kühlschrank) - Daten werden im OpenHAB aufgezeichnet.
14. Stromzähler - Über einen Sensor der am Stromzähler per Magnet (!) befestigt wird, lese ich die Daten (Bezug 1.8.0, Lieferung 2.8.0 und aktueller Verbrauch) aus.
Alle Relais für Licht, Rollläden usw. sind bei mir im LCN-Bus integriert. Wie in einem „klassischen“ Haus mit herkömmlichen Schaltern lassen sich jedoch weiterhin alle Funktionen – also Licht, Rollläden etc. – ganz normal manuell bedienen. An den Türen befinden sich dafür die entsprechenden Taster. Mir war wichtig, dass das Haus jederzeit auch ohne zentrale Steuerung ganz konventionell funktioniert.
Die eigentliche Logik läuft zum größten Teil über OpenHAB. Dort sind die Automatisierungen und Regeln hinterlegt. Eine bewusste Ausnahme bildet allerdings die automatische Sicherung der Außenlamellen bei Starkwind – diese Funktion ist direkt im LCN-System gespeichert. Der Grund dafür ist einfach: Die Steuerung innerhalb des LCN-Busses arbeitet sehr stabil und ist vergleichsweise unempfindlich gegenüber Störungen. Diese sicherheitsrelevante Funktion wollte ich daher bewusst unabhängig vom zentralen System (Steuerung) halten.
OpenHAB selbst ist eine Open-Source-Lösung, mit der sich unterschiedlichste Systeme und Komponenten im Haus miteinander verbinden lassen. So können alle Informationen und Funktionen in einer gemeinsamen Oberfläche – zum Beispiel auf dem Smartphone – dargestellt und gesteuert werden. Über definierte Regeln lassen sich dann Ereignisse wie der Sonnenaufgang automatisch mit dem Hochfahren der Rollläden verknüpfen.

