Kühlung

 Im Sommer wird es bei längeren Wärmephasen natürlich auch im Haus wärmer. Bevor man jedoch über eine Form der Kühlung nachdenkt, sollte man zunächst prüfen, was sich auch ohne aktive Kühlung erreichen lässt.

Neben einer guten Dämmung der Wände gehört im Sommer vor allem die Verschattung der Fenster dazu. Auch mehrfach verglaste Fenster lassen Wärme hinein, wenn die Sonne scheint. Daher kann ich aus eigener Erfahrung empfehlen, durch eine automatische Verschattung scheint die Sonne gar nicht erst „durchs Fenster“.

Bei der Verwendung von Raffstoren in den Wohnräumen wie Küche, Ess- und Wohnzimmer, kann man diese waagerecht stellen. So kommt ausreichend Licht hinein, man kann hinausschauen – aber die Sonne scheint nicht direkt ins Fenster. Unter „Sonnenschutz“ habe ich beschrieben, wie ich das automatisiert habe.

Wärmepumpe

Gleichwohl habe ich auch eine Wärmepumpe mit passiver Kühlung. Wenn die Wärmepumpe auf Kühlung umgestellt wird, ist das Funktionsprinzip im Grunde umgedreht.

Die Wärme bzw. Temperatur des Raumes befinden sich auch im Fußboden. Das Wasser der Fußbodenheizung nimmt diese Temperatur auf. Über den Wärmetauscher der Wärmepumpe wird diese Wärme an den Solekreislauf abgegeben. In meinem Fall handelt es sich „nur“ um eine passive Kühlung. Die Umwälzpumpe läuft, und das gekühlte Wasser im Heizkreislauf kühlt den Fußboden. Wir reden hier von nur wenigen Grad.

Wichtig zu wissen: Der Boden wird aber spürbar kälter. Das merkt man zum Beispiel, wenn man den ganzen Tag im Homeoffice am Schreibtisch sitzt. 

Über den Sensor der Wärmepumpe im Wohnzimmer wird zudem die Luftfeuchtigkeit gemessen. Schließlich soll der Taupunkt nicht unterschritten werden. In diesem Fall würde die Kühlung automatisch abgeschaltet.

Lüftungsanlage

Zusätzlich habe ich eine Lüftungsanlage. Im Hochsommer bleiben die Fenster tagsüber geschlossen. Die Lüftungsanlage wird auf die kleinste Stufe gestellt. Ich muss mir die Wärme ja nicht bewust über die Lüftung ins Haus holen. Gleiches gilt natürlich für offene Fenster.

Am Abend, wenn eine bestimmte Außentemperatur unterschritten wird, schaltet die Lüftung wieder in den Normalbetrieb.

Wenn es richtig heiß ist und auch im Haus ein gewisses Temperaturniveau (durchschnitt über die Räume im OG) erreicht werden, wird über openHAB in der Zeit von etwa Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden (abhängig von der Außentemperatur) das Dachfenster im Treppenhaus bzw. in der Diele geöffnet. Baulich ist das bei mir der höchste Punkt im Haus – dort staut sich die Wärme besonders.

Gleichzeitig wird die Lüftungsanlage auf „Party Mode“ gestellt. Das senkt die Temperatur in allen Räumen zusätzlich. Die jeweiligen Werte, wann was aktiviert bzw. geschaltet wird, kann ich individuell einstellen. Über drei bis vier Jahre habe ich diese Einstellungen kontinuierlich optimiert.

Bei der Lüftungsanlage könnte man die Zuluft ggf. über einen längeren Weg durchs Haus (z. B. durch die Garage) führen (würde ich heute machen!). Oder sogar durch das Erdreich. Ein Bekannter von mir hat das umgesetzt. Wirklich durchdacht. Auf jeden Fall wird dadurch die Temperatur der Außenluft bereits deutlich reduziert, zum Beispiel um 5-10 Grad, bevor sie über die Lüftungsanlage im Haus verteilt wird. Beim Erdreich sogar noch mehr.

Fazit

Für mein Haus (KfW-55-Standard) bleiben die Temperaturen auch im Hochsommer gut verträglich.

Durch eine aktive Kühlung über die Wärmepumpe oder ein zusätzliches Kühlmodul in der Lüftungsanlage könnte ich die Durchschnittstemperatur sicherlich weiter senken. Das hätte jedoch beispielsweise zur Folge, dass man mit Socken herumläuft, weil der Boden so kalt ist – oder im Sommer nicht mehr im T-Shirt sitzt, weil es im Vergleich zur Außentemperatur zu kühl ist.

Mit 25 oder 30 Jahren empfindet man Temperaturen natürlich anders als mit über 50 😉
Sprich: Für mich passt es so.

Meine Empfehlung

Sorgt für einen guten Sonnenschutz und belasst es bei einer passiven Kühlung. Wenn keine PV-Anlage vorhanden ist, spart das zusätzlich Geld.

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